Spektakulaere Aktionen des Hackernetzwerks Anonymous

Die spektakulärsten Aktionen des Hackernetzwerks Anonymous  

Anonymous ist ein Netzwerk, das sich einerseits für die Redefreiheit und die Unabhängigkeit des Internets und andererseits gegen Ungerechtigkeit, Ausbeutung und allgemein gesellschaftliche Fehlentwicklungen einsetzt.

Anfangs beschränkten sich die Protestaktionen auf das Internet, zwischenzeitlich tritt Anonymous aber immer wieder auch mit Aktivitäten außerhalb des Internets in Erscheinung.

Die Protestaktionen richten sich gegen staatliche Behörden, weltweit agierende Konzerne, Urheberrechtsgesellschaften und unterschiedliche Organisationen, zu den Protestmitteln gehören unter anderem Hackerangriffe, Veröffentlichungen von Dokumenten und Videos sowie Demonstrationen.

Typisch für das Hackernetzwerk sind Masken, die aus dem Comicroman “V wie Vendetta” stammen und das Gesicht des britischen Attentäters Guy Fawkes zeigen. Diese Masken nutzen die Mitglieder des Netzwerks zum einen als Erkennungszeichen, zum anderen aber auch, um die Anonymität zu wahren und sich selbst zu schützen. Anders als die Ziele, sind die Methoden des Netzwerks mitunter recht umstritten, denn sie sind teilweise nicht nur strafbar, sondern verursachen bei den Gegnern auch große finanzielle Schäden.

Hier nun aber eine Liste mit einigen der spektakulärsten
Aktionen des Hackernetzwerks Anonymous:
 

2006: die erste Aktion

Die erste Aktion, die dem seinerzeit noch nicht organisiertem Hackernetzwerk zugeschrieben wird, richtete sich gegen Habbo. Habbo ist eine Art soziales Netzwerk für Jugendliche, das Chat und Online-Spiel miteinander verbindet und als virtuelles Hotel aufgebaut ist.

Jeder Nutzer kann sich eine virtuelle Figur, die Habbo genannt wird, erstellen und mit seiner Figur selbst eingerichtete virtuelle Räume beziehen. Anonymous protestierte gegen die aus seiner Sicht rassistische Darstellung der virtuellen Figuren. Im Zuge der Protestaktion legten sich die Hacker dunkelhäutige Figuren mit Afro-Frisur zu und verweigerten den anderen Figuren den Zutritt zum Pool.  

2008: Protest gegen Scientology

2008 tauchte ein Video im Internet auf, das einen frei und unkritisch über sich und Scientology sprechenden Tom Cruise zeigt. Das Video wurde von Anonymous veröffentlicht, aber da es sich um ein Scientology-internes Video gehandelt haben soll, sah die Sekte eine Verletzung der Urheberrechte und ließ das Video wieder löschen.

Daraufhin sagte Anonymous der Sekte den Kampf an. Dieser bestand unter anderem in einer Vielzahl von Denial of Service-Attacken, durch die die Hacker die Seiten der Sekte mehrfach lahmlegten, sowie drei weltweiten Demonstrationswellen. Anonymous kündigte außerdem an, dass die Angriffe gegen die Sekte weitergehen werden, um auf diese Weise die Redefreiheit zu schützen und die finanzielle Ausbeutung der Scientology-Mitglieder zu stoppen.

Die Protestaktionen des Hackernetzwerks richten sich also nicht gegen den Glauben an sich, sondern ausschließlich gegen die Methoden und Praktiken der Sekte.     

2010: Angriff auf Bezahldienste und staatliche Behörden

Im Dezember 2010 wurde Julian Assange, der Gründer von WikiLeaks, festgenommen und gleichzeitig sperrten Paypal, Mastercard, Visa und andere Finanzdienstleister die Konten der Enthüllungsplattform. Das Hackernetzwerk Anonymous legte darauf die Seiten der Bezahldienste für mehrere Stunden lahm, was einen enormen finanziellen Schaden für die Bezahldienste zur Folge hatte.

Später wurden die Angriffe auf die niederländische Staatsanwaltschaft und Polizei ausgeweitet, weil sie Haftbefehl gegen zwei Teilnehmer der Aktion erlassen hatten. Außerdem wurden die Regierungsseiten von Simbabwe und Tunesien angegriffen, da das Netzwerk den beiden Ländern juristische Schritte gegen WikiLeads unterstellte. Auch Ägyptens Regierung wurden Attacken angedroht, falls es zu Zensuren bei Kommunikationskanälen kommen sollte.   

2011: die Operation Zeta

Nachdem Anonymous Informationen über das mexikanische Drogenkartell Los Zetas gesammelt hatte, wurde ein Mitglied des Netzwerks entführt. Das Kartell drohte, das Mitglied zu töten, falls Anonymous Namen veröffentlichen würde.

Im Gegenzug kündigte Anonymous an, die Namen und Adressen von Personen, die mit den Zetas zusammenarbeiten, im Internet zu veröffentlichen, falls ihr Mitglied nicht freigelassen werde. Tatsächlich kam es daraufhin zu einer Freilassung des Mitglieds, wobei das Drogenkartell gleichzeitig angekündigt haben soll, dass für jeden veröffentlichten Namen zehn Menschen sterben werden. Vermutlich um sich selbst zu schützen, verzichtete Anonymous bislang auf eine Veröffentlichung der Namen.   

2011: Protest wegen Kino.to

Im Juni 2011 wurden juristische Schritte gegen das Streamingportal Kinto.to eingeleitet. Als Protest gegen die Schließung attackierte Anonymous die Internetseite der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen.

Etwa zur gleichen Zeit legten die Hacker die Webseite der türkischen Behörde Telecommunications Communication Presidency lahm, um auf diese Weise gegen die restriktive Internetpolitik der Türkei zu protestieren.  

2011: die Operation GEMA

Nach Ansicht von Anonymous war die GEMA dafür verantwortlich, dass in Deutschland auf der Videoplattform YouTube viele Musikvideos nicht mehr abgerufen werden können. Ursache hierfür wäre, dass die GEMA zu hohe Gebühren verlangt und deshalb seit 2009 die Bemühungen um einen neuen Lizenzvertrag scheitern.

Im Zuge der Operation GEMA legte Anonymous im Juni die Webseite der GEMA kurzzeitig lahm und kündigte gleichzeitig weitere Aktionen an, falls die Verwertungsgesellschaft ihr Verhalten nicht ändert. Nachdem sich nichts tat, folgte im August die zweite Attacke. Dieses Mal wurde die Webseite umgeleitet und die Internetnutzer sahen eine Grafik als Anspielung auf die Sperrmeldung. 

2011: die Operation Darknet

Im Rahmen der Operation Darknet hob Anonymous im Oktober einen versteckt agierenden Tauschring für Kinderpornografie aus und löschte die nach eigenen Angaben größte Sammlung von Kinderpornos im Internet. Außerdem veröffentlichte das Hackernetzwerk die Daten von 1600 Nutzern und legte angeblich insgesamt 40 Kinderpornographie-Seiten lahm.  

2011: die Operation Blitzkrieg

Ende Dezember startete Anonymous im Rahmen der Operation Blitzkrieg eine Aktion gegen Rechtsextremismus. Dazu gründete das Hackernetzwerk das Portal nazi-leaks, auf dem Spender rechter Parteien, Namen von Kunden einschlägiger Onlineshops, Autoren rechter Schriften und interne E-Mails der NPD veröffentlicht wurden. Gleichzeitig fanden Denial of Service-Attacken statt, durch die das Hackernetzwerk mehrere rechtsextreme Internetseiten und Foren lahm legte.

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