Die Sportwette und ihre Varianten

Übersicht: Die Sportwette und ihre Varianten

Bei einer Sportwette wird mittels Geld als Wetteinsatz darauf gewettet, dass ein bestimmtes Sportergebnis eintrifft. Traditionell finden solche Sportwetten in Wettlokalen statt. Dazu begibt sich der Spieler in ein Wettlokal, füllt dort einen Wettschein aus und hinterlegt seinen Wetteinsatz in bar.

Übersicht Die Sportwette und ihre Varianten

Mittlerweile sind die sogenannten Wettbörsen jedoch die weitaus beliebtere Variante. Wettbörsen sind Online-Plattformen, die es den Spielern ermöglichen, ihre Wetten per Internet abzugeben.

Dadurch haben die Spieler die Möglichkeit, rund um die Uhr und weltweit auf Ergebnisse bei den verschiedensten sportlichen Auseinandersetzungen zu wetten, angefangen bei einem Bundesliga-Fußballspiel über ein Hunderennen in England oder einen Boxkampf in den USA bis hin zu einem Kamelrennen in Abu Dhabi.

Aber wie funktioniert so eine Sportwette überhaupt?

Hier die Sportwette und ihre Varianten in der Übersicht:

Die Einzelwette

Bei einer Einzelwette setzt der Spieler auf ein bestimmtes Ergebnis bei einem einzelnen Sportereignis. Er wettet bei einem Rennen also darauf, wer als Sieger über die Ziellinie geht, oder bei einem Spiel darauf, dass seine Mannschaft gewinnt, unentschieden spielt oder auch verliert.

Liegt er richtig, wird sein Wetteinsatz mit der jeweiligen Quote multipliziert.

Hat der Spieler beispielsweise 100 Euro auf den Sieg seiner Mannschaft gewettet und liegt die Quote bei 1,5, würde der Spieler 150 Euro gewinnen, wenn das vorausgesagte Ergebnis eintritt, seine Mannschaft das Spiel also tatsächlich für sich entscheidet.

Die Kombinationswette

Bei der Kombinationswette, die kurz auch Kombi-Wette genannt wird, wettet der Spieler auf die Ergebnisse von mehreren Sportereignissen. Dabei können die Sportereignisse aus einem Bereich oder aus unterschiedlichen Bereichen stammen.

Bei einer Kombi-Wette kann der Spieler also beispielsweise darauf wetten, wie drei Bundesliga-Fußballspiele ausgehen.

Er kann aber auch Einzelwetten auf den Ausgang von einem Fußballspiel, einem Boxkampf und einem Pferderennen auf seinem Wettschein miteinander kombinieren.

Die Gewinnquote für eine Kombinationswette wird ermittelt, indem die Quoten der einzelnen Sportereignisse miteinander multipliziert werden.

Hat der Spieler beispielsweise auf drei Fußballspiele gewettet und betragen die Quoten für das erste Spiel 1,5, für das zweite Spiel 2,0 und für das dritte Spiel 2,5, liegt die Gesamtquote für diese Kombi-Wette bei 1,5 x 2,0 x 2,5 = 7,5.

Hat der Spieler 100 Euro eingesetzt, kann er somit 750 Euro gewinnen. Allerdings gewinnt er bei einer Kombinationswette nur dann, wenn er alle Ergebnisse richtig vorausgesagt hat.

Lag er hingegen nur bei einem oder zwei Spielen richtig, ist sein gesamter Wetteinsatz verloren.

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Die Systemwette

Bei einer Systemwette wettet der Spieler auf eine Reihe von Kombinationswetten. Dabei werden Systemwetten in der Form X aus Y gespielt, häufig sind die Varianten 3 aus 5 und 4 aus 7. Die erste Zahl steht für die Tipps, die mindestens richtig sein müssen, um zu gewinnen.

Die zweite Zahl steht für die Anzahl an Ereignissen, für die Tipps abgegeben werden. Aus diesen Ereignissen werden dann alle denkbaren Kombinationen gebildet.

Bei einer Systemwette 3 aus 5 würden somit aus den fünf Ereignissen alle möglichen Dreierkombinationen  ermittelt und jede der Kombinationswetten, die sich daraus ergibt, wird als Wettreihe bezeichnet.

Der Wetteinsatz bei einer Systemwette wird pro Wettreihe berechnet. Hat eine Systemwette beispielsweise 10 Wettreihen und setzt der Spieler 10 Euro pro Wettreihe, beträgt sein Gesamteinsatz 100 Euro.

Liegt der Spieler nun mit drei Tipps richtig, hat er eine Wettreihe richtig vorausgesagt. Bei Quoten von 1,5, 2,5 und 3,5 für die drei Spiele hätte er damit 1,5 x 2,5 x 3,5 x 10 Euro = 131,25 Euro gewonnen.

Sind vier Tipps richtig, erhöht sich auch die Anzahl der korrekt vorausgesagten Wettreihen. Liegt der Spieler mit allen fünf Tipps richtig, gewinnt er die gesamten zehn Wettreihen und damit 1312,50 Euro. Liegt er hingegen nur mit einem oder mit zwei Tipps richtig, verliert er seinen gesamten Wetteinsatz.

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Weitere Wettarten

Eine besondere Form der Sportwette bildet die Live-Wette. Hierbei gibt der Spieler seine Wetten während des laufenden Ereignisses ab, wettet also beispielsweise darauf, wer das nächste Tor schießt, ob es eine Verlängerung gibt oder wie die Partie endet.

Worauf gewettet werden kann, gibt der Buchmacher vor. Die Quoten bei einer Live-Wette ändern sich bis zum Schluss ständig, denn sie werden an die aktuell verfügbaren Wettinfos angepasst. Eine andere Variante der Sportwette ist die Langzeitwette.

Hier gibt der Spieler seinen Tipp für ein Ergebnis ab, das noch in etwas weiterer Ferne liegt, beispielsweise indem er zu Saisonbeginn oder am Anfang eines Turniers darauf wettet, wer den Titel holt.

Neben der klassischen Sportwette, die sich auf sportliche Ereignisse bezieht, kann in Wettbüros aber auch auf diverse andere Ergebnisse und Ereignisse gewettet werden.

So gibt es unter anderem Promi-Wetten, bei denen Stars und Sternchen im Mittelpunkt stehen und bei denen beispielsweise darauf gewettet wird, ob ein Promi heiraten, die Moderation einer Show übernehmen oder ein erfolgreiches Comeback schaffen wird.

Bei politischen Wetten wiederum können Spieler darauf wetten, wer eine Wahl gewinnt, wer den Parteivorsitz übernimmt oder ob eine Koalition scheitert. Im Prinzip sind der Phantasie der Buchmacher kaum Grenzen gesetzt.

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Wetten mit fester und mit variablen Quoten

Bei Wetten mit fester Quote steht schon vor dem Sportereignis fest, nach welcher Quote der Gewinn berechnet wird. Im Prinzip setzt der Spieler damit gegen den Buchmacher.

Gewinnt der Spieler, wird sein Einsatz mit der vorher festgelegten Quote multipliziert. Liegt die Quote beispielsweise bei 2,5 und hat der Spieler 100 Euro gesetzt, gewinnt er bei einem richtigen Tipp 250 Euro.

War sein Tipp falsch, geht sein Einsatz an den Buchmacher.

Wetten mit variabler Quote werden auch als Totalisatorwetten bezeichnet. Bei diesen Wetten legt der Buchmacher fest, welcher Prozentsatz der Wetteinsätze als Wettgewinne an die Spieler ausbezahlt werden.

Je mehr Spieler wetten und je höher ihre Wetteinsätze sind, desto mehr Geld wird später auch wieder ausgeschüttet.

Für den Buchmacher ergibt sich bei Totalisatorwetten praktisch kein Risiko, denn sein Gewinn und seine Fixkosten sind durch den Teil der Einsätze gedeckt, die nicht verteilt werden.

Nach dem Totalisatorprinzip funktioniert beispielsweise das herkömmliche Lotto, bei Sportwetten hingegen sind feste Quoten die üblichere Variante.

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Weitere verbreitete Wettarten – kurz & klar erklärt

Über/Unter (Totals)

Du tippst nicht auf Sieger, sondern auf die Summe der Ereignisse – z. B. „Über 2,5 Tore“ im Fußball. Fallen 3 oder mehr Tore, gewinnt die Wette. Das ist nützlich, wenn der Spielausgang schwer einzuschätzen ist, das Tempo aber absehbar hoch ist.

Handicap & Asian Handicap

Beim Handicap startet ein Team virtuell mit Vor- oder Rückstand (z. B. Team A –1,0). Gewinnt Team A nur mit einem Tor, ist die Wette bei –1,0 ein Push (Einsatz zurück). Asian Handicap (AHC) nutzt halbe/viertel Tore (–0,25/–0,75 etc.), um Unentschieden zu vermeiden und Einsätze aufzusplitten.

Vorteil: oft geringere Marge und messbarer „Edge“ bei klaren Stärkeunterschieden.

Draw No Bet (DNB)

Unentschieden führt zum Einsatz zurück. Du eliminierst das Remis-Risiko, bekommst dafür aber eine niedrigere Quote als beim reinen 1X2-Sieg.

Doppelte Chance (1X, X2, 12)

Zwei Ausgänge decken, eine niedrigere Quote akzeptieren. Beliebt, wenn ein Außenseiter punktet, aber der Sieg unsicher ist.

Beide Teams treffen (BTTS)

„Ja/Nein“-Wette darauf, ob beide treffen. Spannend, wenn die Offensive stark und die Defensive wacklig ist – unabhängig vom Sieger.

Spezialwetten (Props)

Spieler- und Team-Märkte wie Torschütze, Schüsse aufs Tor, Karten, Ecken. Ideal, wenn du Mikro-Edges aus Aufstellungen, Rollen oder Standards ziehst.

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Quoten richtig lesen: Wahrscheinlichkeit & Marge

Dezimalquote → implizite Wahrscheinlichkeit

Die implizite Wahrscheinlichkeit ppp ergibt sich aus p=1/Quotep = 1 / \text{Quote}p=1/Quote.

Beispiel: 1,80 ⇒ 1/1,80=0,55561 / 1{,}80 = 0{,}55561/1,80=0,5556 ⇒ 55,56 %.

Overround (Buchmacher-Marge)

Bei 1X2 addierst du die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller drei Ausgänge. Liegt die Summe über 100 %, ist die Differenz die Marge.

Beispiel: Quoten 2,50 (1), 3,20 (X), 2,80 (2) ⇒
1/2,50=0,40001/2{,}50 = 0{,}40001/2,50=0,4000, 1/3,20=0,31251/3{,}20 = 0{,}31251/3,20=0,3125, 1/2,80≈0,35711/2{,}80 ≈ 0{,}35711/2,80≈0,3571.
Summe ≈1,0696≈ 1{,}0696≈1,0696 ⇒ 6,96 % Marge.

Je niedriger der Overround, desto fairer der Markt.

„Value“ finden: Erwartungswert (EV) in einem Satz

Erwartungswert EV=peigene Scha¨tzung×Gewinn−(1−peigene Scha¨tzung)×EinsatzEV = p_{\text{eigene Schätzung}} \times \text{Gewinn} – (1 – p_{\text{eigene Schätzung}}) \times \text{Einsatz}EV=peigene Scha¨tzung​×Gewinn−(1−peigene Scha¨tzung​)×Einsatz.

  • Quote 2,10, Einsatz 100 €, dein Modell schätzt 50 % Trefferwahrscheinlichkeit.
    Gewinn im Trefferfall = 100×(2,10−1,00)=110€100 \times (2{,}10 – 1{,}00) = 110 €100×(2,10−1,00)=110€.
    EV=0,50×110−0,50×100=55−50=∗∗+5€∗∗EV = 0{,}50 \times 110 – 0{,}50 \times 100 = 55 – 50 = **+5 €**EV=0,50×110−0,50×100=55−50=∗∗+5€∗∗.

Merke: Value entsteht, wenn deine echte Wahrscheinlichkeit über der impliziten liegt.

Einsatz & Risiko: Bankroll-Management ohne Drama

  • Flat Stake: immer derselbe Betrag (z. B. 1–2 % der Bankroll). Robust, emotionsarm.
  • Prozentual variabel: Einsatz als fixer Prozentsatz der aktuellen Bankroll – wächst mit, schrumpft mit.
  • Kelly light: Der Kelly-Ansatz skaliert den Einsatz nach Edge und Quote. In der Praxis bewährt sich ½-Kelly oder ¼-Kelly, um Volatilität zu dämpfen.
  • Cash-Out & Limits: Cash-Out sichert Gewinne/verluste früh, kostet aber oft Edge. Setze Einzahlungs-, Einsatz- und Verlustlimits – das schützt Geldbeutel und Nerven.
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Wettbörsen in der Praxis: Back & Lay verständlich

Bei Wettbörsen spielst du gegen andere.

  • Back: du kaufst eine Wette (wie beim Buchmacher).
  • Lay: du bietest eine Wette an – du nimmst die Gegenposition des Backers ein.

Wichtig: Liquidität (verfügbare Einsätze) bestimmt, ob du zu deiner Zielquote matched wirst. Die Börse erhebt Kommission auf Nettogewinn. Vorteil: oft schärfere Quoten, Möglichkeit zum Traden (vor/an-live Positionen auf- und abbauen).

Quotenbewegungen: warum Preise sich ändern

Quoten reagieren auf:

  • Team-News: Verletzungen, Rotationshinweise, gesperrte Spieler.
  • Daten & Modelle: neue Ratings, xG-Trends, Wetter/Platzbedingungen.
  • Marktfluss: große Einsätze („Steam“), Marktöffnungen, Limits.

Frage dich: Was weiß ich, was der Markt unterschätzt? Wenn die Antwort „nichts“ ist, ist keine Wette oft die beste Wette.

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Boni, Freebets & Umsatzbedingungen – kurz nüchtern

  • Bonusarten: Einzahlungsbonus, Freebet, Quoten-Boost.
  • Rollover: Häufig x-facher Umsatz zu Mindestquoten (z. B. ≥ 1,70).
  • Stolpersteine: zeitliche Fristen, ausgeschlossene Märkte, geringere Auszahlungswerte bei Freebets (Einsatz nicht zurück).

Lies die Bedingungen einmal gründlich – es zahlt sich buchstäblich aus.

Verantwortung & Regeln (ohne erhobenen Zeigefinger)

Wetten ist Unterhaltung mit Risiko.

Nutze:

  • Alters-/Ident-Check (KYC), Einzahlungs-/Einsatzlimits, Pausen/Selbstsperre.
  • Achte auf seriöse Lizenzierung deines Anbieters und trenne Freizeit-Bankroll vom Haushaltsgeld.
  • Fühlst du Kontrollverlust? Lege eine Wett-Pause ein und hol dir Hilfe (Beratung/Hotlines).

Mini-Glossar zum schnellen Nachschlagen

  • Implied Probability (implizite Wahrscheinlichkeit): p=1/Quotep = 1/\text{Quote}p=1/Quote.
  • Overround: Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten – 100 % ⇒ Buchmacher-Marge.
  • Value-Bet: deine geschätzte Wahrscheinlichkeit > implizite Wahrscheinlichkeit.
  • BTTS: Beide Teams treffen.
  • DNB: Draw No Bet (Unentschieden = Einsatz zurück).
  • AHC: Asian Handicap (viertel/halbe Linien zur Feinsteuerung von Risiko).
  • Cash-Out: vorzeitige Abrechnung deiner Wette.
  • Limit: maximale Einsatzhöhe/Marktgrenze.

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