Wie schädlich sind Computer, Smartphone & Co. für die Denkleistung?

Wie schädlich sind Computer, Smartphone & Co. für die Denkleistung?

Der heutige Alltag ist ohne Computer, Smartphone und Tablet kaum vorstellbar. Zwar nehmen sich viele regelmäßig vor, ein paar Tage lang digitale Pause zu machen. Meist werden es dann aber kaum mehr als wenige Stunden. Die Versuchung nachzuschauen, was sich in der virtuellen Welt tut, ist einfach zu groß. In Zeiten von Corona musste sowieso vieles online ablaufen.

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Wie schädlich sind Computer, Smartphone & Co. für die Denkleistung

So wurde am Computer gelernt und gearbeitet, Einkäufe und Bankgeschäfte wurden im Netz abgewickelt, Meetings fanden per Videokonferenz statt und der Austausch mit Familie und Freunden erfolgte via Chat. Bequem und sicher bestand so keine Ansteckungsgefahr, allein ein Computervirus konnte zum Risiko werden.

Experten sehen in der ständigen Nutzung von digitalen Medien aber durchaus negative Auswirkungen. Vor allem die Leistungsfähigkeit des Gehirns könnte langfristig leiden.

Doch warum sollte das so ein? Wie schädlich sind Computer, Smartphone & Co. für die Denkleistung? Und was könnten Gegenmaßnahmen sein?:

Die Reizüberflutung stresst das Gehirn

Wir sitzen arbeitend vor dem Computer, verfolgen mit einem Auge über den News-Ticker die neusten Nachrichten und prüfen zwischendurch auf dem Smartphone E-Mails und Kurznachrichten. Nebenher werfen wir einen Blick in die sozialen Netzwerke, während im Hintergrund ein Podcast läuft.

Wir hantieren also ständig mit verschiedensten Informationen. Doch dadurch steht unser Gehirn unter Stress. Die Folge dieser digitalen Dauerbeschallung ist, dass die Konzentrationsfähigkeit abnimmt.

Vermutlich jeder kennt es, dass es immer schwieriger wird, wirklich aufmerksam und ungestört an etwas zu arbeiten. Denn wenn gerade keine E-Mail eintrifft, klingelt das Telefon oder auf der Suche nach einer notwendigen Information zeigt die Suchmaschine einen Beitrag, der zwar nichts mit dem Thema zu tun hat, aber sehr interessant erscheint. Solche Ablenkungen führen dazu, dass noch mehr Infos konsumiert werden und der Fokus verloren geht.

Die permanente Flut an Reizen kann die Leistungsfähigkeit des Gehirns schmälern. Außerdem kann der Dauerstress die Lernfähigkeit und die Kreativität negativ beeinflussen.

Eine Studie vom King’s College in London kam zu dem Ergebnis, dass Personen, die neben ihrer Arbeit dauernd E-Mails prüfen und beantworten, eine Leistung erbringen, als wäre ihr Intelligenzquotient um bis zu zehn Punkte niedriger als er tatsächlich ist. Der Umgang mit den digitalen Medien dürfte damit tatsächlich ein Thema sein, das mehr Beachtung verdient.

Experten warnen

Computer, Smartphone & Co. haben ihren festen Platz im Alltag gefunden. Dass die praktischen, nützlichen und bequemen Werkzeuge wieder von der Bildfläche verschwinden, ist praktisch ausgeschlossen. Tatsächlich wäre das aber auch der falsche Weg. Worauf es vielmehr ankommt, ist, richtig mit den digitalen Hilfsmitteln umzugehen.

Der Psychiater und Neurowissenschaftler Manfred Spritzer spricht in diesem Zusammenhang von einer digitalen Demenz. Wie andere Experten warnt auch er davor, dass die vermehrte Nutzung der digitalen Medien die Denkleistung und die Konzentrationsfähigkeit mindern kann.

Ein Grund hierfür liegt darin, dass es uns leicht fällt, das Handy oder den Computer Wissenslücken schließen zu lassen. Im Internet steht schließlich eine riesige Datenbank mit Wissen zur Verfügung. Statt sich anzustrengen, nachzudenken und sich ernsthaft um eine Problemlösung zu bemühen, können wir uns die Antwort auf eine Frage schnell und einfach von einer Suchmaschine geben lassen.

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Ständige Ablenkungen machen die Arbeit unproduktiver

Auch wenn gearbeitet oder gelernt wird, ist das Smartphone meist in Sichtweite. Doch wenn das Handy ständig ablenkt, ist konzentriertes Arbeiten schwierig. Die permanente Ablenkung hat zur Folge, dass die Arbeitsweise unproduktiver wird.

Denn ein richtiger Arbeitsfluss kann nicht aufkommen, wenn mehrere Dinge gleichzeitig ablaufen. Stockt der Arbeitsfluss, dauert alles länger und ein paar Aufgaben bleiben womöglich liegen. Das wiederum kann zu Frust führen, weil mit dem wachsenden Berg an Aufgaben auch der Druck steigt.

Allerdings lässt sich dieses Szenario sehr einfach durchbrechen. Dazu genügt schon, das Smartphone für eine gewisse Zeit aus dem Blickfeld zu verbannen. Mit ein bisschen Disziplin ist es gut machbar, tatsächlich nur das aktuell benötigte Computerprogramm zu öffnen und sich auf die momentane Aufgabe zu konzentrieren.

Wer sich (wieder) angewöhnt, eine Arbeit ungestört zu Ende zu bringen, wird erstaunlich schnell damit fertig sein. Und danach bleibt immer noch genug Zeit, um nachzuschauen, was sich in der virtuellen Welt getan hat.

Digitale Medien eröffnen viele Möglichkeiten

Weder der Computer und das Smartphone noch andere digitale Medien sind per se schlecht und reduzieren die Hirnleistung. Ebenso wenig machen klassische Medien wie Bücher und Zeitungen automatisch schlauer. Am Ende kommt es darauf an, die Medien gekonnt zu nutzen und die richtigen Inhalte auszuwählen.

In einer Welt, die immer komplexer wird, ist moderne Technik ein wertvolles Hilfsmittel. Digitale Medien ermöglichen, sich zu informieren, mit anderen zu kommunizieren, in Kontakt zu bleiben und den Alltag zu organisieren.

Natürlich schadet es nicht, eine Telefonnummer hin und wieder aus dem Kopf einzutippen, um das Erinnerungsvermögen zu trainieren. Genauso ist es eine gute Übung für den Orientierungssinn, eine Adresse einfach mal ohne Navi zu suchen. Aber in vielen Situationen wäre es einfach unsinnig, auf technische Hilfen zu verzichten.

Letztlich muss das Ziel sein, Medienkompetenz zu vermitteln. Das sollte bereits in der Schule erfolgen. Immerhin werden die heutigen Kids mit dem Computer groß und im Berufsleben geht es kaum noch ohne.

Wer mit der Technik umgehen kann, muss keine digitale Demenz fürchten. Wer etwas in einem Buch nachschlagen möchte, muss wissen, zu welchem Buch er greifen und wie er nach dem Inhalt suchen muss. Im Internet ist das eigentlich auch nicht anders.

Und zu einem gekonnten Umgang mit den digitalen Medien gehört eben auch, statt der Suchmaschine den eigenen Kopf zu bemühen und den Computer hin und wieder einfach ausgeschaltet zu lassen.

Wer dann noch eine Strategie entwickelt, um sich nicht ständig von der Informationsflut ablenken zu lassen, muss sich um die Leistungsfähigkeit seines Gehirns keine Sorgen machen.

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Gerd Tauber, 42 Jahre, Programmierer, Samuel Wilders, 37 Jahre, IT- Experte und Markus Berthold 44 Jahre, Inhaber einer Medienagentur, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema IT, Internet, Hardware, Programmierung, Software und IT-Jobs.

Ein Gedanke zu „Wie schädlich sind Computer, Smartphone & Co. für die Denkleistung?“

  1. Genau aus diesem Grund (Ablenkung) schließe ich vor Arbeitsbeginn sämtliche Programme (der Autostart sollte bestenfalls ohnehin ausgeschaltet sein), die nichts mit der Arbeit zu tun haben sowie Browserfenster. Das Smartphone liegt meist in einem anderen Raum.
    Für das Wochenende habe ich mir Zeit genommen, um meinen Arbeitsplatz auszuräumen, damit auch nicht mehr so viel Kram herumliegt, der mich unterbewusst ablenken könnte!

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