Wechsel des Internet- der Telefonanbieters – mit verbesserten Möglichkeiten
Ein Festnetzanschluss ist heutzutage selbstverständlich und auch das Internet hat mittlerweile in den Großteil aller Haushalte Einzug gehalten. Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl verschiedener Internet- und Telefonanbieter, die mit unterschiedlichsten Tarifmodellen und Preisangeboten um die Gunst der Kunden buhlen.

Läuft der bestehende Vertrag aus oder steht ein Umzug an, kann es sich also durchaus lohnen, die Konditionen miteinander zu vergleichen und zu einem anderen Anbieter zu wechseln.
Wechsel des Internet- oder Telefonanbieters – schon seit über 20 Jahren mit verbesserten Möglichkeiten
Früher kam es durchaus vor, dass der bisherige Anbieter die Leitung einfach abschaltete und es mitunter Wochen dauerte, bis der neue Anbieter die Versorgung übernehmen und der Kunde Telefon und Internet wieder nutzen konnte. Diese Zeiten sind vorbei.
Schon seit 2012 darf der Telefon- und Internetanschluss bei einem Anbieterwechsel maximal einen Kalendertag lang unterbrochen sein. Außerdem darf eine Überleitung erst dann in die Wege geleitet werden, wenn die vertraglichen und die technischen Voraussetzungen für einen Wechsel gegeben sind.
Hierzu gehört unter anderem, dass eine Teilnehmeranschlussleitung, kurz TAE, oder ein DSL-Port bereitgestellt und die Portierung der Rufnummern gewährleistet sein muss.
Trotz dieser Vorgaben hatten Kunden aber letztlich kaum Möglichkeiten, die Anbieter in die Pflicht zu nehmen, wenn der Wechsel nicht innerhalb eines Tages erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Seit 2012 sieht die Situation nun deutlich besser aus. So gilt für den bisherigen Anbieter eine Versorgungspflicht. Das bedeutet, der bisherige Anbieter muss den Telefon- oder Internetanschluss wieder zur Verfügung stellen, wenn die Überleitung innerhalb eines Kalendertages scheitert.
Bis der Wechsel erfolgreich abgeschlossen ist, muss der Kunde ab dem Zeitpunkt des eigentlichen Vertragsendes außerdem nur noch die Hälfte der ursprünglichen Grundgebühren bezahlen. Die Entgelte für Telefonate werden aber in voller Höhe in Rechnung gestellt.
Der neue Telefon- oder Internetanbieter darf die Grundgebühren erst verlangen, nachdem der Wechsel erfolgreich durchgeführt wurde.
Eine Ausnahme gilt allerdings, wenn der Kunde nachweislich dafür verantwortlich ist, dass der Wechsel nicht reibungslos durchgeführt werden konnte.
Hat der Kunde den Vertrag mit dem neuen Anbieter widerrufen, einvernehmlich die Auflösung des neuen Vertrags vereinbart oder ausdrücklich verlangt, dass sein bestehender Anschluss abgeschaltet wird, ist der bisherige Anbieter ebenfalls nicht dazu verpflichtet, den Telefon- oder Internetanschluss wieder zur Verfügung zu stellen.

Damit der Wechsel des Internet- oder Telefonanbieters ohne Komplikationen vonstattengeht, sollten folgende Punkte beachtet werden:
Inhalt
- 1 Die Kündigungsfrist berücksichtigen.
- 2 Den Wechsel rechtzeitig in die Wege leiten.
- 3 Auf richtige Daten achten.
- 4 Praxisnahe Ergänzungen für einen reibungslosen Umstieg
- 4.1 DSL, Kabel, Glasfaser oder 5G-Homespot – was passt zu dir?
- 4.2 Umzug: so gehst du vor – ohne Lücke und Doppelkosten
- 4.3 Rufnummernportierung: reibungslos in 3 Schritten
- 4.4 Hardware & Routerfreiheit: kompatibel, sicher, zukunftstauglich
- 4.5 Service & Entstörung: worauf du im Kleingedruckten achtest
- 4.6 Tarife clever vergleichen – über den reinen Preis hinaus
- 4.7 Widerruf & „Was, wenn es nicht wie versprochen läuft?“
- 4.8 Häufige Fragen – FAQ
- 4.9 Mini-Checkliste: dein schneller Fahrplan
- 4.10
- 4.11 Ähnliche Beiträge
Die Kündigungsfrist berücksichtigen.
Damit ein Wechsel möglich ist, muss der bisherige Vertrag gekündigt werden. Eine Kündigung kann immer zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit erfolgen, allerdings muss dabei die Kündigungsfrist eingehalten werden.
Meist werden Internet- und Telefonverträge für zwölf oder 24 Monate abgeschlossen und verlängern sich stillschweigend um jeweils eine weitere Laufzeit, wenn der Kunde nicht oder nicht rechtzeitig kündigt.
Die Kündigungsfrist beträgt üblicherweise einen oder drei Monate zum Ende einer Laufzeit.
Die genauen Regelungen zur Kündigung stehen in den AGB. Ist sich der Kunde nicht sicher, kann er aber auch bei seinem derzeitigen Anbieter nachfragen, wann der Vertrag gekündigt werden kann.
Den Wechsel rechtzeitig in die Wege leiten.
Ist ein neuer Anbieter gefunden und ist bekannt, wann die Kündigungsfrist für den bestehenden Vertrag endet, sollte der Kunde im Zuge des Vertragsabschlusses den neuen Anbieter damit beauftragen, die Kündigung beim bisherigen Anbieter durchzuführen.
Im Unterschied zu einer Kündigung, die der Kunde selbst ausspricht, bringt dies den Vorteil mit sich, dass die Anbieter untereinander und direkt absprechen können, wann die Umschaltung des Anschlusses erfolgt.
Eine Unterbrechung der Versorgung kann damit auf ein Mindestmaß reduziert werden. Sicherheitshalber sollte der Kunde den Wechsel aber schon einige Zeit vor Ablauf der Kündigungsfrist in die Wege leiten.
Möchte der Kunde seine jetzigen Rufnummern behalten, sollte er den neuen Anbieter auch mit der Rufnummernportierung beauftragen. Festnetzkunden können ihre Rufnummern immer zum Vertragsende, Mobilfunkkunden jederzeit zu einem anderen Anbieter übertragen.
Vor Vertragsabschluss sollte der Kunde aber abklären, ob sein neuer Anbieter das Mitbringen von eigenen Rufnummern erlaubt.

Auf richtige Daten achten.
Ein reibungsloser Wechsel des Internet- oder Telefonanbieters setzt voraus, dass der Kunde seine Daten richtig angegeben hat. Das Auftragsformular sollte also nach dem Ausfüllen noch einmal genau kontrolliert werden.
Stimmen der Name oder die Adresse im Formular nicht mit den Angaben überein, die dem bisherigen Anbieter vorliegen, oder hat der Kunde die mitzunehmende Rufnummer versehentlich falsch eingetragen, kann dies zu unnötigen Komplikationen beim Wechsel führen.
Hat der Kunde alles richtig gemacht, aber hat der Wechsel trotzdem nicht innerhalb eines Kalendertages geklappt, sollte er sich sofort per Brief, Fax, oder E-Mail beim bisherigen und beim neuen Anbieter beschweren. Zusätzlich dazu kann der Kunde die Bundesnetzagentur über den gescheiterten Wechsel informieren.
Dadurch ist sichergestellt, dass die Versorgungsunterbrechung nur wenige Tage bestehen bleibt.
Die Bundesnetzagentur kann nämlich eine Geldbuße von bis zu 100.000 Euro verhängen, wenn eine Leitung gesetzeswidrig unterbrochen wird.

Praxisnahe Ergänzungen für einen reibungslosen Umstieg
DSL, Kabel, Glasfaser oder 5G-Homespot – was passt zu dir?
Kurz erklärt:
- DSL (VDSL/Supervectoring): solide Verfügbarkeit, Upload moderat, Latenz okay. Für Homeoffice + Streaming meist ausreichend.
- Kabel (DOCSIS): hohe Downstream-Raten, Upload variiert je nach Segmentauslastung. Abends teils schwankend.
- Glasfaser (FTTH/FTTB): symmetrische Tarife möglich, sehr niedrige Latenz, zukunftssicher. Ideal für große Datenmengen, Creator, Cloud-Workflows, Gaming.
- 5G/LTE-Homespot: flexibel, schnell einsetzbar (z. B. Übergangslösung), Performance abhängig von Funkzelle und Tarifbedingungen.
Merke: Entscheidend sind Upload, Latenz und Stabilität – nicht nur der „bis zu“-Download. Wer viel in Videokonferenzen sitzt, online zockt oder große Dateien hochlädt, spürt den Unterschied sofort.
Umzug: so gehst du vor – ohne Lücke und Doppelkosten
- Verfügbarkeit am neuen Wohnort prüfen (Adresse/Technologie). Wechselt die Netztechnologie (z. B. von DSL auf Kabel), plane Router/ONT mit ein.
- Umzugsservice beauftragen (Terminwunsch angeben). Ziel: Umschaltung ≈ Einzug.
- Übergang sichern: Falls der Schalttermin später liegt, frage nach temporärer 5G/LTE-Lösung (Homespot/Hybrid-Router) – oft kostenreduziert.
- Dokumente bereitlegen: Mietvertrag/Einzugsdatum, Kundennummer, Anschlussinhaber (exakte Schreibweise!).
Rufnummernportierung: reibungslos in 3 Schritten
- Entscheiden: komplette oder teilweise Portierung (z. B. einzelne MSNs).
- Portierungsauftrag beim neuen Anbieter stellen (richtige Kundendaten, alte Rufnummer exakt eintragen).
- Zeitfenster: Portierung wird i. d. R. zum Vertragsende oder koordiniert zum Schalttermin vollzogen. Tipp: Erreichbarkeit testen (ein- & ausgehend), sobald die Umschaltung erfolgt ist.
Häufiger Fehler: Abweichende Schreibweise von Name/Adresse zwischen Alt- und Neuvertrag. Das blockiert die Portierung.

Hardware & Routerfreiheit: kompatibel, sicher, zukunftstauglich
- Eigener Router? Prüfe Protokoll & Technik:
- DSL: PPPoE/VDSL-Profil, Zugangsdaten.
- Kabel: DOCSIS-Kompatibilität, Aktivierung der MAC/CM-ID.
- Glasfaser: ONT/Transceiver, WAN-Port (1/2,5/10 Gbit), VLAN-Tagging je nach Anbieter.
- WLAN-Abdeckung planen: Altbau/Beton? Setze auf Mesh statt Einzelrouter.
- Sicherheits-Basics: WPA3 (sofern möglich), starke Passwörter, regelmäßige Firmware-Updates.
- Mietgerät vs. Kauf: Mietgeräte sind bequem (Support/Auto-Updates), Kaufgeräte rechnen sich oft ab 18–24 Monaten.
Service & Entstörung: worauf du im Kleingedruckten achtest
- Entstörzeiten (Werktage? 24/7?), Techniker-SLA (Zeitfenster, Vor-Ort/Remote).
- Status-Transparenz: App/Ticket-System, Push-Infos zum Schalttermin.
- Fallback: Option auf SIM-basierten Ersatzzugang bei Störungen (Hybrid-Router/Homespot).
- Erreichbarkeit: Hotline-Zeiten, Rückruf-Service, deutscher Support, Community-Forum.
Tarife clever vergleichen – über den reinen Preis hinaus
- Effektivpreis über 24 Monate inkl. Aktivierung/Versand/Routermiete/Umzugsgebühr.
- Preis nach Promo-Phase (ab Monat 7/13/25?).
- Datenmanagement: Drossel-/Fair-Use-Regeln, Priorisierung im Mobilfunk.
- Extras: feste IP, IPv6, Dual-Stack, Cloud-Recorder, Sicherheitspaket, Hotspot-Flat.
- Transparenz: schriftliche Auftragsbestätigung sorgfältig prüfen (Bandbreitenkorridor, Schalttermin, Rufnummern).
Widerruf & „Was, wenn es nicht wie versprochen läuft?“
- Fernabsatz: Prüfe dein Widerrufsrecht (Fristen/Form).
- Leistung checken: Nach Aktivierung Speed/Latency/Jitter zu unterschiedlichen Tageszeiten messen und dokumentieren.
- Abweichungen belegen: Screenshots/Protokolle, Störungsmeldung eröffnen, ggf. Übergangslösung einfordern.

Häufige Fragen – FAQ
Kann ich meinen Router behalten?
Ja, wenn er zur Anschlussart passt (VDSL/DOCSIS/FTTH-WAN) und aktuelle Protokolle unterstützt. Sonst neu anschaffen oder Mietgerät wählen.
Wie vermeide ich Ausfallzeit beim Wechsel?
Kündigung über den neuen Anbieter anstoßen, korrekte Kundendaten angeben, Schalttermin abstimmen, Fallback (5G/LTE) bereithalten.
Was sagt die Bandbreite über Qualität aus?
Download ist nur die halbe Wahrheit. Achte auf Upload, Latenz und Paketverlust – entscheidend für Video-Calls, Cloud-Backups, Gaming.
Glasfaser verfügbar – lohnt der Umstieg?
In der Regel ja: niedrige Latenz, stabiler Upload, skalierbar. Prüfe Vertragslaufzeit, Hausverkabelung und Router-WAN-Port.
Portierung fehlgeschlagen – was nun?
Datenabgleich machen (Schreibweise!), Portierungsauftrag neu einreichen, Parallel-Erreichbarkeit klären, Support beider Anbieter einbinden.
Mini-Checkliste: dein schneller Fahrplan
- Kündigungsfrist & Laufzeit prüfen.
- Neu-Anbieter wählen (Technologie/Service/Preis effektiv vergleichen).
- Wechsel durch neuen Anbieter beauftragen (inkl. Portierung).
- Hardware-Kompatibilität klären (Router/ONT/Mesh).
- Schalttermin bestätigen & Fallback sicherstellen.
- Nach Aktivierung Qualität messen, Rufnummern testen, ggf. nachjustieren.
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Thema: Wechsel des Internet- oder Telefonanbieters
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