Standby-Datenbanken

Vorteile und Nachteile von Standby-Datenbanken 

Bei einer Standby-Datenbank handelt es sich um eine transaktionskonsistente Kopie einer Primärdatenbank, die mithilfe des sogenannten Log-Shippings aktualisiert wird.

Durch die Übertragung des Transaktionslogs der Primärdatenbank auf die Standby-Datenbank werden alle auf der Primärdatenbank durchgeführten Transaktionen im System der Standby-Datenbank nachvollzogen.

Damit verfügt die Standby-Datenbank über einen identischen Datenbestand, wobei die Standby-Datenbank geringfügig zeitversetzt auf den Stand der Primärdatenbank gebracht wird.

Hier die Vor- und Nachteile von Standby-Datenbanken in der Übersicht:

Die Vorteile:

1.      

Alle Komponenten des Systems sind in doppelter Ausführung vorhanden, wodurch eine sehr hohe Ausfallsicherheit gegeben ist. Befinden sich die Primär- und die Standby-Datenbank auf unterschiedlichen, räumlich voneinander getrennten Rechnern, kann die Sicherheit noch zusätzlich erhöht werden.

Bei einem Ausfall der Primärdatenbank wird es also für die Anwender möglich, unmittelbar mit der Standby-Datenbank weiterzuarbeiten, wobei die ausgeführten Transaktionen später erneut auf die Primärdatenbank übertragen werden müssen. Übernimmt die Standby-Datenbank den Onlinebetrieb, wird dies als Take Over bezeichnet.

2.      

Fällt die Primärdatenbank aufgrund eines Fehlers aus und wird zunächst eine Wiederherstellung notwendig, kann die Standby-Datenbank die Aufgaben der Primärdatenbank übernehmen, so dass auch die Ausfallzeiten auf ein Minimum reduziert werden.

Dabei kann die Datenwiederherstellung direkt auf dem Rechner erfolgen, auf dem die Standby-Datenbank läuft, da die benötigten Dateien hier bereits vorhanden sind und lediglich die letzten Redo-Einträge noch aufgespielt werden müssen.

3.      

Insbesondere bei großen Datenbanken gestaltet sich die Sicherung recht zeit- und ressourcenintensiv. Da der Standby-Rechner diese Aufgabe übernehmen kann, wird die Primärdatenbank deutlich entlastet, denn die Ressourcen können in vollem Umfang für den Betrieb genutzt werden und Unterbrechungen für Datenbanksicherungen sind nicht notwendig.

Die Nachteile:

1.      

Da die Datenbanken räumlich voneinander getrennt laufen, müssen auch alle Systemkomponenten in zweifacher Ausführung vorhanden sein. Dadurch entstehen allerdings insbesondere im Hinblick auf Hardwareressourcen wie CPUs oder Festplatten auch entsprechend hohe Kosten.

2.      

Der Systemadministrationsaufwand ist deutlich erhöht, denn die Standby-Datenbank muss zunächst aufgebaut werden und später muss dann dafür Sorge getragen werden, dass alle Strukturänderungen in der Primärdatenbank auch auf die Standby-Datenbank übertragen und dort nachvollzogen werden.

3.      

Damit die Standby-Datenbank den Onlinebetrieb übernehmen kann, werden recht hohe Anforderungen an die Switch-Over-Software gestellt, die einen entsprechenden Funktionsumfang gewährleisten und auch entsprechend der verwendeten Hard- und Software ausgewählt werden muss.

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Thema: Vor- und Nachteile von Standby-Datenbanken 

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