Basiswissen: Wie entstand das Internet?

Basiswissen: Wie entstand das Internet?

 

Bereits in den 1970er-Jahren wurden Computernetzwerke in Forschungseinrichtungen immer wichtiger. Schließlich boten die Netzwerke den Forschern und Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Daten schnell und unkompliziert miteinander zu verknüpfen, abzugleichen und untereinander auszutauschen.

Bis das Internet als weltweites Computernetzwerk seinen großen Siegeszug antrat, sollte es aber noch eine ganze Zeit dauern. Inzwischen ist das weltweite Netz längst selbstverständlich und kaum noch wegzudenken. Aber wie entstand das Internet eigentlich? Wer hat es erfunden? Und wie hat es sich verbreitet?

 

Der Satellit Sputnik als Ausgangspunkt

In den 1950er-Jahren teilte sich die Welt in zwei große Machtbereiche auf. Auf der einen Seite standen die USA, auf der anderen Seite die UdSSR. Es herrschte der Kalte Krieg und er war es auch, der das politische Denken und die militärischen Strategien bestimmte.

Im Wettstreit der Konkurrenten gewannen aber auch die Wissenschaft und die Forschung immer mehr an Bedeutung. Im Oktober 1957 gelang es den Sowjets zum ersten Mal in der Geschichte, einen Satelliten erfolgreich in die Umlaufbahn der Welt zu bringen.

Der Sputnik wurde zum Sinnbild für den Technologievorsprung der UdSSR. In den USA führte der sowjetische Erfolg zum sogenannten Sputnik-Schock. Fieberhaft wurde daran gearbeitet, zum militärisch-wissenschaftlichen Gegenschlag auszuholen. In diesem Zuge wurde unter Präsident Eisenhower die Advanced Research Projects Agency, kurz ARPA, gegründet.

Die ARPA war eine Forschungsbehörde, die in das Verteidigungsministerium eingebettet war und die Aufgabe hatte, Forschungsprojekte und neue Technologien zu fördern. Die Erkenntnisse aus den wissenschaftlichen Arbeiten sollten später für militärische Zwecke genutzt werden können.   

 

Das ARPANET als erstes Computernetzwerk

Mit der Gründung der ARPA intensivierte sich auch die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten. Um gemeinsame Forschungsvorhaben besser und leichter realisieren zu können, wurde das Bedürfnis nach einem schnellen und effizienten Datenaustausch zunehmend größer. Der Computer entwickelte sich so zur wichtigsten Schaltstelle der wissenschaftlichen Kommunikation.

Allerdings war die Anzahl an leistungsfähigen Großrechnern damals begrenzt. Zudem waren Großrechner sehr teuer und vielen Forschungseinrichtungen fehlten schlichtweg die finanziellen Mittel, um sich die gefragten Computerressourcen leisten zu können.

Da sich die Rechnerkapazitäten nicht einfach erweitern ließen, blieb als Lösung letztlich nur, die Verfügbarkeit und die Nutzungsmöglichkeiten der vorhandenen Computerressourcen zu optimieren. Dies sollte durch einen Computerverbund gelingen, der die Forschungseinrichtungen miteinander vernetzen sollte. Die Herausforderung bestand aber nicht nur darin, dieses neuartige Computernetzwerk zu entwickeln.

Erschwerend kam hinzu, dass die Großrechner sehr unterschiedlich aufgebaut waren und mit spezifischen Systemen arbeiteten, die sich mit anderen Systemen und Computersprachen meist nicht vereinen ließen. Deshalb mussten neue Techniken für die Kommunikation und die Datenübertragung erarbeitet werden. Als Ergebnis entstand 1969 das ARPANET.

 

Der TCP/IP -Standard als Basis für die weltweite Vernetzung

Nach kleineren Anfangsschwierigkeiten wuchs das ARPANET rasch zu einem weit verzweigten Netzwerk an. Die Struktur des neuartigen Computernetzwerks ging auf die Arbeiten von Paul Baran und Donald Watts Davies zurück. Das ARPANET wies eine Architektur auf, die dem Prinzip eines Maschendrahtzauns entspricht.

Die technische Grundlage, um Datenpakete auszutauschen, bildete somit eine dezentrale Kommunikationsstruktur. Dezentrale Vernetzung bedeutet, dass die angeschlossenen Computer über Telefonleitungen miteinander verbunden sind und dadurch das Netz bilden. Es gibt aber keinen Computer als zentrale Schnittstelle, der das gesamte Netz mit allen Verbindungen steuert.

Die dezentrale Kommunikationsstruktur sollte sicherstellen, dass jeder teilnehmende Computer über Knotenpunkte mit jedem anderen Computer im Netzwerk kommunizieren konnte. Selbst der Ausfall eines Knotenpunktes sollte so nicht zu einer Unterbrechung des Datenaustausches führen. Stattdessen würde die Verbindung einfach über einen anderen Knotenpunkt weiterlaufen.

Dieses Netzwerkkonzept verhinderte von vorneherein, dass ein Einziger die Macht über das ganze Datennetzwerk an sich reißen konnte. Auch beim heutigen Internet ist diese Idee erhalten geblieben. Das Internet ist ebenfalls ein Netzwerk, das unzählige kleinere Netze über Knotenpunkte weltweit miteinander verbindet. Wenn heute jemand in Hamburg eine E-Mail schreibt und an einen Empfänger in London schickt, ist es nicht ausgeschlossen, dass seine Nachricht auf der Datenautobahn einen Umweg über einen Knotenpunkt in New York macht.

1982 wurde das APRANET auf den Standard Transmission Control Protocol/Internet Protocol, kurz TCP/IP, umgestellt. Bei diesem Standard handelt es sich um eine Software, die Mitte der 1970er-Jahre entwickelt wurde und den Datenaustausch zwischen verschiedenen Netzwerken steuert.

Die Grundidee hinter TCP/IP ist, dass jeder Computer in der Lage ist, ein Datennetz zu nutzen, um mit jedem anderen Computer zu kommunizieren. TCP/IP dient dabei als Standardprotokoll, das viele verschiedene, kleine Netze zu einem großen Netzwerk verbindet.

Tim Berners-Lee als Erfinder des Internets

Der britische Informatiker Tim Berners-Lee entwickelte eine Vernetzung von Daten und Inhalten, die als Hypertext konstruiert waren und durch einen Browser dargestellt werden konnten. Hypertext heißt, dass die Daten, die auf unzähligen Computern gespeichert sind, durch logische Verknüpfungen abgerufen werden können.

Um die Daten abzurufen, muss nur der entsprechende Link angeklickt werden. Das Netzwerk erhielt den Namen World Wide Web und der Informatiker wurde damit zum Erfinder unseres heutigen Internets. Das war Anfang der 1990er-Jahre.

1993 erschien der erste grafikfähige Webbrowser, der Download des Browsers war kostenfrei möglich. Damit begann die große Erfolgsgeschichte des Internets. Nun konnte sich nämlich praktisch jeder Computernutzer Zugang zum Internet verschaffen. War das Internet anfangs vor allem für versierte Computerfachleute und technikbegeisterte Nutzer interessant gewesen, stieg die Anzahl der Nutzer ab jetzt stetig an.

Inzwischen sind in Deutschland knapp 80 Prozent aller Personen über 14 Jahre regelmäßig im Internet unterwegs. Der internetfähige Computer wird beruflich und privat genutzt, die E-Mail und die sozialen Netzwerke sind zu wichtigen Kommunikationskanälen geworden. Und vor allem für die jüngeren Generationen ist der vernetzte Computer ein genauso selbstverständlicher und alltäglicher Gegenstand wie das Auto oder das Telefon.

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Veröffentlicht von

Redaktion

Gerd Tauber, 42 Jahre, Programmierer, Samuel Wilders, 37 Jahre, IT- Experte und Markus Berthold 44 Jahre, Inhaber einer Medienagentur schreiben hier Wissenswertes zum Thema IT, Internet, Hardware, Programmierung, Software und IT-Jobs.

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