Funktionsweise und Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie, Teil 2

Funktionsweise und Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie, Teil 2

Wenn von einer Blockchain die Rede ist, denken viele automatisch an Kryptowährungen. Damit liegen sie zwar nicht falsch, denn zahlreiche Kryptowährungen nutzen tatsächlich Blockchains. Aber virtuelle Währungen sind nur eine Möglichkeit, wie und wofür die Technologie angewendet werden kann. Inzwischen nutzen immer mehr Unternehmen Blockchains. In einem zweiteiligen Beitrag zeigen wir die Funktionsweise und Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie.

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Funktionsweise und Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie, Teil 2

Dabei haben wir in Teil 1 erklärt, was eine Blockchain genau ist, wie sie funktioniert und welche Arten von Blockchains voneinander unterschieden werden. Hier ist Teil 2!:

Welche Vorteile bietet die Blockchain-Technologie?

Transparenz und unveränderliche Strukturen sind die beiden wesentlichen Merkmale von Blockchains. Für Unternehmen ergeben sich daraus mehrere wichtige Pluspunkte:

  • Transparenz: Alle Teilnehmer können die Informationen in der Blockchain einsehen, haben aber keine Möglichkeit, Änderungen vorzunehmen. Das fördert das Vertrauen und senkt das Risiko eines Betrugs.

  • Sicherheit: Das weit verzweigte Netzwerk in Kombination mit der Verschlüsselung macht es Angreifern sehr schwer, eine Blockchain zu hacken. Für Unternehmen und auch das Internet der Dinge erhöht sich dadurch die Sicherheit.

  • Direktere Wege: Bei der Blockchain handelt es sich um ein reines Peer-to-Peer-Netzwerk. Deshalb sinkt die Abhängigkeit von Dritten, die als Vermittler agieren, deutlich. Die Folge davon ist, dass Prozesse effizienter werden und die Transaktionsgebühren geringer ausfallen. Außerdem gibt es weniger Möglichkeiten, um Daten falsch einzugeben.

  • Nachvollziehbarkeit: Die Daten innerhalb der Blockchain können nicht verändert werden. Damit ergibt sich eine optimale Grundlage, um Objekte zurückzuverfolgen oder komplexe Lieferketten nachzuvollziehen.

  • Schnellere Abläufe: Die Blockchain sorgt dafür, dass Abläufe mit mehreren Beteiligten schneller ausgeführt werden. Außerdem können Transaktionen auch außerhalb von Geschäftszeiten zügig und sicher durchgeführt werden.

  • Automatisierung: Die Blockchain ist programmierbar. Dadurch können Aktionen, Zahlungen und andere Ereignisse automatisch ausgelöst werden, sobald die dafür definierten Bedingungen vorliegen.

  • Datenschutz: Informationen durchlaufen ein einheitliches Verfahren, bei dem sie überprüft und zur Blockchain hinzugefügt werden. Die Daten selbst wandelt ein Hash-Code in eine Abfolge aus Buchstaben und Zahlen um. Um die Informationen zu übersetzen, brauchen die Teilnehmer einen Schlüssel. Damit sind die Daten vor dem Zugriff durch Unbefugte gut geschützt.

Entscheidet sich ein Unternehmen für den Einsatz der Blockchain-Technologie, ist natürlich eine entsprechende Investition notwendig. Doch die Technologie führt dazu, dass Prozesse schlanker, effizienter und wirtschaftlicher umgesetzt werden können. Deshalb zahlt sich die Investition vergleichsweise schnell wieder aus.

Wo kommen Blockchains zum Einsatz?

Die Anzahl an Unternehmen, die die Blockchain-Technologie nutzen, wächst stetig. Das gilt für Unternehmen aller Branchen und quer durch verschiedenste Geschäftsbereiche.

Hier ein paar Beispiele:

Lieferketten

Durch die Blockchain-Technologie wird die gesamte Lieferkette transparenter. Die Anwendung ermöglicht dem Unternehmen, Materialien bis zu ihrer Quelle zurückzuverfolgen, die Herkunft nachzuvollziehen und die Echtheit zu belegen. Außerdem kann die Blockchain den Warenfluss beschleunigen und Rückrufaktionen vorbeugen.

Ein Sektor, in dem sich die Blockchain schon jetzt fest etabliert hat, ist der Lebensmittelbereich. Hier werden Blockchains genutzt, um verderbliche Waren auf ihrem Weg vom Erzeuger bis zum Verbraucher zu verfolgen.

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Durch eine zugangsbeschränkte Blockchain können Lebensmittelhersteller verschiedene Teilnehmer wie Landwirte, Produzenten oder Lieferdienste in das Netzwerk einbinden.

Bei der Ernte oder Verarbeitung bekommen die Lebensmittel einen QR-Code, der bestimmte Angaben enthält. Bei diesen Angaben kann es sich zum Beispiel um die Herkunft, den Namen des Erzeugers, die Rezeptur oder die Zertifizierung als Bio-Produkt handeln.

Die Informationen werden anschließend in der Blockchain kodiert und um zusätzliche Angaben ergänzt, während die Ware die weitere Lieferkette durchläuft.

Sollte ein Rückruf notwendig werden, ermöglicht die Blockchain, die betroffenen Chargen zu ermitteln. Das spart Kosten und verhindert, dass große Lebensmittelmengen vernichtet werden, die gar nicht betroffen waren.

Und am Ende der Lieferkette können Einzelhändler und Verbraucher  wissenswerte Informationen über die Produkte mithilfe der QR-Codes abrufen.

Neben Lebensmitteln ist die Blockchain-Technologie auch für Medikamente interessant. Schon jetzt sind Systeme im Einsatz, die auf Blockchains basieren und es Pharmaunternehmen, Apotheken, Ärzten und anderen Dienstleistern im Gesundheitswesen ermöglichen, gelieferte Pharmaprodukte zu authentifizieren. Dadurch wird es auch leichter, Fälschungen aufzuspüren.

Finanzwesen

Die Blockchain-Technologie ermöglicht, Prozesse in der Buchhaltung und Bankdienstleistungen zu optimieren. Die Kreditorenbuchhaltung zum Beispiel kann durch die Blockchain Zahlungen direkt an den Transaktionspartner veranlassen, ohne den Umweg über eine Bank gehen zu müssen.

Die Identität des Zahlenden wird in die Kette eingebunden, verschlüsselt und anschließend vom Netzwerk validiert.

Bei einem Zahlungseingang muss die Buchhaltung ihre Datensätze nicht mehr aktualisieren, denn die Aktualisierung in der Blockchain nimmt der Zahlungsempfänger vor. Auch Lizenzgebühren kann so durch automatisierte Prozesse deutlich schneller bezahlt werden.

Personalwesen

Es kann mitunter recht aufwändig sein, die Qualifikationen und Referenzen von Bewerbern zu überprüfen. Das gilt vor allem dann, wenn ein Bewerber mehrere Abschlüsse mitbringt, einen Teil seines Bildungsweges im Ausland absolviert hat oder für verschiedene Arbeitgeber tätig war.

Eine zentrale Blockchain könnte Abschlüsse, Zertifikate, berufliche Stationen und andere Qualifikationen aufzeichnen. Personaler könnten auf diese Weise den bisherigen Werdegang nachvollziehen und die Angaben im Lebenslauf zuverlässig einordnen.

Öffentliche Verwaltung

In der öffentlichen Verwaltung können Blockchains als amtliches Register zum Einsatz kommen. Vermögenswerte von Staat und Bürgern wie Immobilien und Fahrzeuge, aber auch Patente können darin erfasst werden. Außerdem kann die Blockchain-Technologie Wahlen unterstützen und einen Beitrag zur Bekämpfung von Betrug und Korruption leisten.

Gerade im öffentlichen Sektor ist die Technologie deshalb gut aufgehoben, weil hier zahlreiche Vorschriften und Vorgänge geprüft und verifiziert werden müssen. Durch die Blockchain werden die Abläufe transparent und können im Nachhinein nicht mehr manipuliert werden.

Auch um die Bürokratie insgesamt schlanker zu machen, bietet die Blockchain-Technologie eine gute Lösung. Werden die Daten von Bürgern einmal erfasst und authentifiziert, können sie in der Blockchain verwaltet werden. Jedes Mal neue Formulare auszufüllen, wird dadurch überflüssig. Anträge können ebenfalls deutlich einfacher und schneller überprüft und nachvollzogen werden.

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Gerd Tauber, 42 Jahre, Programmierer, Samuel Wilders, 37 Jahre, IT- Experte und Markus Berthold 44 Jahre, Inhaber einer Medienagentur, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema IT, Internet, Hardware, Programmierung, Software und IT-Jobs.

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