Günstig ins Ausland telefonieren – Infos und Tipps

Günstig ins Ausland telefonieren – Infos und Tipps

Wer mal wieder mit Verwandten oder Freunden im Ausland quatschen will und direkt zum Telefonhörer greift, erlebt mit der nächsten Telefonrechung mitunter eine böse Überraschung. Denn selbst Allnet-Flats und Inklusivminuten greifen in aller Regel nur bei Gesprächen innerhalb Deutschlands. Telefonate über die Landesgrenzen hinaus werden gesondert abgerechnet.

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Günstig ins Ausland telefonieren - Infos und Tipps

Doch die gute Nachricht ist: Es gibt Möglichkeiten, wie Auslandgespräche sehr preiswert bleiben. Wir haben Infos und Tipps zusammengestellt, um günstig ins Ausland zu telefonieren:

Telefonate innerhalb der EU

Wer von Deutschland aus in ein anderes EU-Land anruft, bezahlt maximal 23 Cent pro Minute. Für eine SMS werden höchstens 7 Cent fällig. Mehr darf der Telefonanbieter nicht in Rechnung stellen. Geht das Gespräch in ein Land außerhalb der EU, können aber bis zu 2 Euro pro Minute anfallen.

Welche Preise der Telefonanbieter berechnet, ist im Kleingedruckten des Telefonvertrags aufgeführt. Und dabei können die Kosten sehr unterschiedlich ausfallen. So ist zum Beispiel möglich, dass eine Minute ins französische Festnetz nur 3 Cent kostet, während nach Polen oder Italien pro Minute 22 Cent fällig werden.

Gespräche in ein ausländisches Mobilfunknetz der EU schlagen so gut wie immer mit rund 22 Cent pro Minute zu Buche. Ähnliche Preise gelten übrigens auch, wenn vom deutschen Festnetz aus in ein deutsches Mobilfunknetz telefoniert wird. Von Handy zu Handy anzurufen, ist deshalb die kostengünstigere Option.

Sparvorwahlen nutzen

Ist der Festnetzanschluss bei der Deutschen Telekom, ist es ziemlich einfach, günstig ins Ausland zu telefonieren. Dazu muss lediglich eine Vorwahl vor der eigentlichen Rufnummer gewählt werden. Der Anruf läuft dadurch nicht mehr über die Telekom, sondern über einen anderen Dienstleister. Solche Sparvorwahlen werden als Call-by-Call bezeichnet.

Zwar hat Call-by-Call in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren. Trotzdem behaupten die Anbieter der Sparvorwahlen tapfer ihre Position. Und für Kunden der Telekom sind die Sparvorwahlen ein echter Pluspunkt. Denn die Telekom ist der einzige Telefonanbieter, bei dem Call-by-Call funktioniert.

Bei den Sparvorwahlen gibt es ständig Preisänderungen. Ratsam ist deshalb, unmittelbar vor dem Telefonat auf einer Vergleichsseite im Internet nachzuschauen, welcher Anbieter zum aktuellen Zeitpunkt am günstigsten ist. Ist die Nummer gewählt, wird der genaue Preis angesagt.

Erst nach der Tarifansage wird das Gespräch durchgestellt und das Freizeichen ist zu hören. Sollte die Preisansage nicht mit den Kosten aus dem Tarifrechner übereinstimmen, kann das Gespräch durch simples Auflegen gestoppt werden.

Bei der Telekom gibt es auch die Möglichkeit, eine Sparvorwahl fest einzuspeichern. Der Fachbegriff dazu lautet Preselection. Dadurch ist es nicht mehr notwendig, die Sparvorwahl jedes Mal frisch einzutippen. Stattdessen laufen die Gespräche automatisch über den ausgewählten Call-by-Call Anbieter.

Wirklich sinnvoll ist das aber nicht. Denn durch die ständigen Preisänderungen kann die gespeicherte Sparvorwahl teurer sein als andere Anbieter.

Auf Callthrough zurückgreifen

Call-by-Call funktioniert nur mit einem Festnetzanschluss der Telekom. Allerdings gibt es mit dem sogenannten Callthrough eine Alternative. Callthrough bedeutet übersetzt Durchstellen und das Verfahren klappt mit den Festnetzanschlüssen aller Anbieter.

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Für Callthrough wird zunächst die Telefonnummer des Anbieters gewählt. Diese Telefonnummer kann eine 0180er-Nummer oder eine normale Festnetznummer sein. Eine Bandansage fordert dann dazu auf, die gewünschte Rufnummer im Ausland einzutippen. Anschließend stellt der Anbieter das Gespräch durch.

Anbieter und ihre Tarife gibt es wie die Sparvorwahlen auf Tarifrechnern im Internet. Teilweise setzt die Nutzung von Callthrough aber die Anmeldung beim jeweiligen Anbieter voraus. Die Abrechnung des Gesprächs kann auf drei Wegen erfolgen. Viele Anbieter rechnen einfach über die normale Telefonrechnung ab. Dazu weisen sie die Kosten als Anruf zu einer Servicenummer aus.

Einige Anbieter erstellen eine eigene Rechnung. Üblich ist das dort, wo zuvor eine Anmeldung notwendig ist. Als dritte Variante gibt es noch die Calling Card. Hier kauft der Kunde zunächst eine Art Telefonkarte. Über eine Geheimzahl kann er dann das Guthaben auf seiner Karte freischalten und für die Telefonate verbrauchen.

Insgesamt sind die Preise bei Callthrough etwas höher als bei den Sparvorwahlen. Aber die Kosten sind deutlich geringer als die Gebühren, die mit dem regulären Telefontarif anfallen.

Auslandsoptionen

Eine weitere Möglichkeit, um günstig ins Ausland zu telefonieren, sind Auslandsoptionen. Sie können beim Telefonanbieter zum bestehenden Telefonvertrag dazugebucht werden. Für einen monatlichen Festpreis ist es dann möglich, unbegrenzt oder eine bestimmte Anzahl an Minuten in alle oder ausgewählte Länder zu telefonieren.

Ob sich so ein Auslandspaket lohnt, hängt vom Telefonverhalten ab. Wer regelmäßig im Ausland anruft und keine Lust hat, jedes Mal erst Call-by-Call oder Callthrough Anbieter zu suchen, kann damit kräftig sparen.

Wer hingegen nur ab und zu kurze Auslandsgespräche führt, profitiert nicht. Denn die Pauschale wird jeden Monat fällig, selbst wenn sie nicht genutzt wurde. Für die paar kurzen Gespräche ist Telefonieren mit oder ohne Vor-Vorwahl dann meist billiger.

Anrufe übers Internet

Ohne Zusatzkosten funktionieren Telefonate mit dem Ausland über Apps und Messenger-Dienste. Die Technik, die dahinter steht, nennt sich Voice-over-IP oder kurz VoIP.

Voraussetzung für Internet-Telefonate ist, dass beide Gesprächspartner die gleiche App auf dem Computer oder Smartphone haben. Außerdem muss eine schnelle und stabile Internetverbindung vorhanden sein. Andernfalls bricht das Gespräch ständig ab. Über die Messenger-Dienste wird es dann auch möglich, seinen Gesprächspartner zu sehen.

Einige Apps für VoIP funktionieren auch mit ausländischen Festnetznummern. Dafür werden allerdings Gebühren fällig. Die Kosten sind meist günstiger als die normalen Festnetztarife. Mit den Preisen von Call-by-Call und Callthrough können die VoIP-Anbieter aber nicht mithalten.

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Gerd Tauber, 42 Jahre, Programmierer, Samuel Wilders, 37 Jahre, IT- Experte und Markus Berthold 44 Jahre, Inhaber einer Medienagentur, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema IT, Internet, Hardware, Programmierung, Software und IT-Jobs.

Ein Gedanke zu „Günstig ins Ausland telefonieren – Infos und Tipps“

  1. Telefonate übers Internet sind wirklich das Beste! Kein lästiges Suchen nach Empfang, keine versteckten Kosten – einfach klasse. Als App zur Internettelefonie kann ich nur Microsoft Teams empfehlen.

    LG Tim

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