Analoges Kabelfernsehen wird abgeschaltet – was tun?

Analoges Kabelfernsehen wird abgeschaltet – was tun?

Das analoge Kabelfernsehen wird schon bald Geschichte sein. Die Umstellung von analog auf digital läuft bereits. Im Juni 2017 haben nämlich die ersten Kabelnetzanbieter angefangen, das analoge Fernseh-Signal abzustellen.

Kabelfernsehen empfangen

Nach Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen sind bis zum Jahresende 2018 auch Bayern, Bremen und Sachsen an der Reihe. Und die Pläne der Netzbetreiber sehen vor, dass das analoge Kabelfernsehen bis zum Frühjahr 2019 in ganz Deutschland auf den digitalen Empfang umgeschaltet sein soll.

Haushalte, die ihr Fernsehprogramm über einen analogen Kabelanschluss empfangen, müssen also etwas tun. Doch der Umstieg ist viel unkomplizierter, als vielleicht befürchtet.

 

Wer ist von der Abschaltung betroffen?

In Zukunft wird in den Kabelnetzen nur noch im Standard DVB-C gesendet. DVB-C steht für Digital Video Broadcast – Cable. Durch diesen Sendestandard fällt das analoge Kabelfernsehen weg und an seine Stelle tritt der rein digitale Empfang. Dabei sind alle Haushalte, die bislang analoges Kabelfernsehen empfangen, von der Umstellung betroffen.

Aktuellen Schätzungen zufolge ist das etwa jeder zwanzigste Kabelfernseh-Haushalt in Deutschland. Und in den meisten dieser Haushalte finden sich ältere Fernsehgeräte. Denn in neuen Fernsehern ist das Empfangsteil für digitales Kabelfernsehen in aller Regel schon verbaut.

Mit der Abschaltung vom analogen Kabelfernsehen haben die Netzbetreiber schon im Sommer 2017 begonnen. Nach und nach wird die Umstellung nun vorangebracht. Bis im Frühling 2019 soll das analoge Kabelsignal dann in allen Bundesländern abgeschaltet und auf das digitale Signal umgestellt sein. Die genauen Termine in den einzelnen Regionen werden auf der Internetseite vom Projektbüro Digitales Kabel veröffentlicht.

 

Analoges Kabelfernsehen wird abgeschaltet – was tun?

Haushalte, die ihr Kabelsignal bislang analog empfangen, müssen aktiv werden, wenn sie auch nach der Umstellung noch fernsehen wollen. Doch die gute Nachricht ist: Der Umstieg auf digitalen Kabelempfang ist einfach und verursacht kaum Kosten.

Ist bereits ein neues Fernsehgerät vorhanden, ist darin in aller Regel ein DVB-C-Tuner integriert. Aus technischer Sicht ist damit alles vorhanden, was für den digitalen Kabelempfang notwendig ist. Weitere Hardware muss nicht gekauft werden. Allerdings sorgt die Abschaltung vom analogen Fernsehprogramm dafür, dass die digitalen Sender neu sortiert werden.

Sobald der Anbieter den Empfang umgestellt hat, muss deshalb ein Sendersuchlauf gestartet werden. Durch den Sendersuchlauf tauchen nicht nur die bisherigen Programme wieder auf. Stattdessen kommen in vielen Regionen weitere Sender dazu, die nun empfangen werden können.

Übrigens: Den Sendersuchlauf müssen alle Haushalte durchführen, wenn das Programm umgestellt wurde – auch diejenigen, die ihr Kabelfernsehen schon digital empfangen.

Hat das Fernsehgerät keinen DVB-C-Tuner, muss er mit einem digitalen Empfangsteil nachgerüstet werden. Das erfolgt durch einen DVB-C-Kabelreceiver. Der Receiver wird an die Kabel-Dose angeschlossen und anschließend entweder über ein Scart- oder ein HDMI-Kabel mit dem Fernsehgerät verbunden. Digitale Receiver sind im Fachhandel und direkt beim Kabelanbieter erhältlich. Die Preise beginnen bei etwa 40 bis 50 Euro.

Aber: Eine Änderung des Vertrags mit dem Kabelnetzanbieter ist nicht notwendig! Die Kundenberater der Anbieter nutzen die Umstellung gerne, um bei dieser Gelegenheit einen neuen, meist teureren Kabelvertrag zum empfehlen. Nur weil der Empfang von analog auf digital umgestellt wird, ändert sich am Vertrag jedoch nichts.

Es ist also weder erforderlich, Vertragsänderungen vorzunehmen, noch einen neuen Vertrag abzuschließen. Zumal die öffentlich-rechtlichen Sender und auch die großen Privatsender bis Ende 2022 auf jeden Fall ohne Zusatzkosten empfangen werden können. Das gilt auch für den digitalen Empfang.

In einigen Haushalten wird der analoge Kabelanschluss nicht nur zum Fernsehen, sondern auch für den Empfang von Radioprogrammen genutzt. Nach der Umstellung auf den digitalen Kabelempfang wird das nicht mehr funktionieren. Soll der Radioempfang weiterhin über Kabel erfolgen, kann sich der Haushalt einen entsprechenden Receiver besorgen. Eine andere Möglichkeit ist, auf andere Empfangsmöglichkeiten umzusteigen. Dabei kommen beispielsweise DAB+ oder analoges UKW in Frage.

 

Was sind Alternativen zum Kabelfernsehen?

Ein Kabelanschluss ist längst nicht die einzige Möglichkeit für den Fernsehempfang. Vielmehr gibt es noch folgende Alternativen:

  • Satellitenempfang: Die größte Auswahl an Sendern ist beim Satellitenempfang gegeben. Und bis Ende 2022 müssen sowohl die öffentlich-rechtlichen Sender als auch die privaten Sender ihre Programme kostenfrei in SD-Qualität übertragen. Danach ist denkbar, dass die Fernsehanstalten eine Kostenpflicht einführen. Der Nachteil am Empfang per Satellit ist, dass eine Satellitenschüssel und für jedes Fernsehgerät ein eigener Receiver oder DVB-S-Tuner angeschafft werden müssen. In heutige Fernseher sind die Empfangsteile aber oft schon integriert. In einer Mietwohnung müssen die Mieter zudem mit dem Vermieter abklären, ob und wo sie eine Schüssel aufhängen können.
  • DVB-T2: Hinter dem Kürzel DVB-T2 verbirgt sich Antennenfernsehen. Die öffentlich-rechtlichen Sender können per Antenne ohne Zusatzkosten geschaut werden. Für den Empfang der Privatsender muss ein kostenpflichtiger Vertrag mit dem Anbieter Freenet TV geschlossen werden. Außerdem braucht der Haushalt nicht nur eine Dach- oder Zimmerantenne, sondern zusätzlich dazu auch einen Receiver oder ein Empfangsteil, das in den Fernseher integriert ist. Wichtig dabei ist, dass das Empfangsgerät das grüne DVB-T2 HD-Logo hat. Denn andernfalls funktioniert der Empfang in Deutschland nicht.
  • IPTV: IPTV ist das Kürzel für Fernsehen über Internet. Und die meisten Internet-Anbieter haben inzwischen Fernsehprogramm-Pakete im Angebot, die der Internetnutzer zu seinem Vertrag dazubuchen kann. Der notwendige Receiver, der oft mit diversen Zusatzfunktionen daherkommt, ist üblicherweise im Monatspreis enthalten. IPTV setzt aber immer einen Internetanschluss beim entsprechenden Anbieter voraus. Es ist also nicht möglich, nur das Fernseh-Paket abzuschließen. Stattdessen ist das Fernseh-Paket eine Erweiterung, die zum Internetvertrag dazugebucht werden kann. Das kann einen Anbieterwechsel erschweren. Ein weiterer Minuspunkt ist, dass bei Störungen oder einem Ausfall der Internetleitung auch der Fernsehabend ins Wasser fällt.
  • Streaming-Dienste: Bei einer stabilen und schnellen Breitband-Verbindung kann der Fernsehempfang über Streaming-Dienste im Internet erfolgen. Einige Sender stellen ihre Mediatheken sogar kostenfrei zur Verfügung. Allerdings müssen dafür immer ein Internetanschluss und ein internetfähiges Empfangsgerät vorhanden sein.

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