Was besagt das neue Energielabel für Smartphones und Tablets?
In der Europäischen Union müssen seit Ende Juni 2025 Smartphones, Tablets und andere mobile Endgeräte mit einem Energielabel ausgestattet sein. Auf diesem Label ist nicht nur ausgewiesen, wie energieeffizient die Geräte arbeiten, sondern zum Beispiel auch, wie oft der Akku geladen werden kann oder wie gut die Geräte zu reparieren sind. Doch was besagt das Energielabel genau? Was haben Verbraucher davon? Und inwiefern kann so ein Label zur Nachhaltigkeit beitragen?

Kühlschränke, Waschmaschinen, Fernseher und viele andere Haushaltsgeräte haben in der EU schon seit etlichen Jahren Energiekennzeichen.
Eine Skala von A bis G ordnet dem jeweiligen Gerät dabei eine Energieeffizienzklasse zu, sodass du einschätzen kannst, wie hoch der Stromverbrauch ist.
Seit dem 20. Juni 2025 müssen jetzt auch alle Tablets und Telefone, die ab diesem Stichtag neu auf den Markt kommen, mit so einem Energielabel ausgezeichnet sein. Die Idee dahinter ist, dass du dich besser orientieren kannst.
Ein weiteres Ziel ist aber auch ein nachhaltigerer Umgang mit den Geräten.
Inhalt
Was besagt das neue Energielabel für mobile Endgeräte?
Das neue Energiekennzeichen für Handys, Telefone und Tablets ordnet das jeweilige Gerät in einer Energieeffizienzskala von A bis G ein. Dabei steht A für besonders energieeffiziente Geräte, also Geräte mit einem geringen Stromverbrauch.
Geräte der Klasse G hingegen sind weniger energieeffizient. Direkt unterhalb der Energieeffizienzskala ist die Batterielaufzeit pro Ladezyklus angegeben. So lange läuft das Gerät mit einer Aufladung.
Unterhalb der Batterielaufzeit finden sich noch vier weitere Angaben. Eine davon ist die Zuverlässigkeitsklasse. Diese geht von A bis E und zeigt an, wie robust das Gerät ist, wenn es herunterfällt.
Außerdem ist angegeben, wie oft du das Gerät aufladen kannst, bis der Akku nur noch 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität erreicht.
An der Angabe zur IP-Klasse kannst du ablesen, wie gut das Gerät gegen Staubpartikel und Feuchtigkeit geschützt ist. Die vordere Zahl (0 bis 6) beziffert, wie staubdicht das Gerät ist, und die hintere Zahl (0 bis 8), wie wasserdicht es ist.
Die IP-Klasse haben viele Hersteller auch vorher schon als Verkaufsargument angegeben. Aktuelle Top-Modelle haben zum Beispiel die Klasse IP68 und gelten somit sowohl als staubdicht als auch als geschützt, wenn sie in ein Meter tiefes Wasser getaucht werden.
Eine komplett neue Angabe wiederum ist die Reparierbarkeit des Geräts. Bewertet auf einer Skala von A bis E lässt sich ein Gerät der Klasse A gut reparieren, während ein Gerät der Klasse E eher schlecht repariert werden kann.
Die Einordnung ergibt sich unter anderem daraus, wie viele Schritte notwendig sind, um das Gerät auseinanderzubauen, welche Werkzeuge dafür gebraucht werden und wie gut der Zugang zu Reparaturinformationen ist.
Zusätzliche Vorgaben für nachhaltigere Geräte
Zusammen mit dem Energielabel sind auch die sogenannten Ökodesign-Vorgaben der EU in Kraft getreten. Diese neuen Vorgaben sollen dazu führen, dass Geräte nachhaltiger werden. Dazu verpflichten sie die Hersteller zu bestimmten Standards.
So muss zum Beispiel ein Akku nach 800 Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent der ursprünglichen Ladekapazität erreichen.
Ersatzteile für Reparaturen muss ein Hersteller innerhalb von fünf bis zehn Werktagen liefern und mindestens sieben Jahre lang, nachdem das Gerät in der EU nicht mehr verkauft wird, bereitstellen.
Außerdem muss er Informationen über Garantien, Reparaturen und Ersatzteile in einer klaren und verständlichen Form zugänglich machen.
Die Vorgaben beziehen sich aber nicht nur auf die Hardware der Geräte, sondern definieren auch für die Software neue Standards. Demnach muss ein Hersteller nach dem Verkaufsstopp eines Smartphones oder Tablets noch mindestens fünf Jahre lang Softwareupdates und mindestens sieben Jahre lang Sicherheitsupdates anbieten.
Zusätzlich dazu müssen professionelle Reparaturbetriebe unkompliziert die Software und Firmware abrufen können, die sie brauchen, um das Gerät reparieren zu können.

Was sollen das Label und die Vorgaben bewirken?
Das Ziel des neuen Energielabels und der Ökodesign-Vorgaben besteht darin, mehr Nachhaltigkeit bei Smartphones, Telefonen und Tablets zu erreichen. Durch die neuen Standards sollen die Geräte länger halten.
Gleichzeitig soll die bessere Reparierbarkeit dazu beitragen, dass wir die Geräte länger nutzen können.
Schwächelt zum Beispiel nur der Akku, während das Smartphone ansonsten einwandfrei funktioniert, kann das Gerät nach dem Akkutausch weiterhin in Betrieb bleiben.
Seit die meisten Hersteller dazu übergegangen sind, die Akkus fest in den Geräten zu verbauen, war ein Austausch meist nur in einer Reparaturwerkstatt möglich und dabei oft so teuer, dass sich der Aufwand kaum lohnte.
Ein zweites Ziel ist die Einsparung von Energie. Die EU erwartet, dass durch die neuen Vorgaben bis zum Jahr 2030 rund 2,2 Terawattstunden Strom eingespart werden können.
Im Vergleich zum Stromverbrauch ohne die Vorgaben wäre das eine Verringerung um 31 Prozent. Bei Smartphones und Tablets aus dem High-End-Segment soll der Stromverbrauch bei einem Ladezyklus um ein Viertel sinken.
Die EU geht davon aus, dass durch die Maßnahmen rund 20 Milliarden Euro eingespart werden können. Umgerechnet auf jeden Haushalt innerhalb der EU wären das 98 Euro jährlich.
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