Vergleichsportale richtig nutzen – Infos und Tipps

Vergleichsportale richtig nutzen – Infos und Tipps

Ob Versicherung, Handyvertrag, Stromanbieter, Kredit oder Urlaubsreise: Vergleichsportale im Internet versprechen, innerhalb weniger Augenblicke das beste Angebot zu finden. Ein paar Klicks genügen, um sich passende Tarife und Anbieter in einer übersichtlichen Ergebnisliste anzeigen zu lassen.

Vergleichsportale richtig nutzen - Infos und Tipps

Tatsächlich sind Preisvergleichsseiten nützlich und hilfreich. Und ohne die Datenbanken wäre die Suche sehr viel aufwändiger und komplizierter. Allerdings sollte sich der Nutzer nicht blind auf die Seiten verlassen. Denn eine echte Hilfe sind die Vergleichportale nur dann, wenn sie richtig genutzt werden.

Genau dazu haben wir in diesem Beitrag Infos und Tipps zusammengestellt!:

Wie arbeiten die Vergleichsportale?

Preissuchmaschinen sind im Prinzip so etwas wie Makler oder Vermittler. Sie sammeln Tarife und Anbieter für verschiedene Produkte und präsentieren die Angebote dann in Übersichten. Auf diese Weise kann sich der Nutzer schnell und bequem einen Überblick verschaffen.

Teilweise bieten die Portale auch Zusatzleistungen an, um den Service für den Nutzer noch komfortabler zu machen.

Zu diesen Extraleistungen kann zum Beispiel gehören, dass sich das Portal um die Kündigung des alten Vertrags kümmert oder der Nutzer den neuen Vertrag direkt abschließen kann und das Portal die Daten weiterleitet.

Entscheidet sich der Nutzer für ein Angebot, wird aber immer der jeweilige Anbieter der Dienstleistung sein Vertragspartner. Mit dem Vergleichsportal kommt kein Vertrag zustande. Denn das Portal vermittelt das Angebot nur.

Diese Vermittlung bringt den Vergleichsportalen Provisionen ein. Und damit verdienen sie auch ihr Geld überwiegend. Deshalb kann es gut sein, dass ein Vergleichsportal nicht alle Anbieter auflistet.

Oder dass es die vorderen Plätze in den Ergebnislisten an die Anbieter vergibt, von denen es eine entsprechende Vergütung bekommt. Allerdings gibt es auch Preissuchmaschinen, die selbst nach Tarifen und Angeboten recherchieren.

Wo lauern die Fallstricke bei Preissuchmaschinen?

Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes hat ergeben, dass fast jeder zweite Internetnutzer auf Online-Vergleichsportale zurückgreift. Und natürlich erhofft sich der Nutzer, dass er so möglichst schnell und kompliziert das günstigste Angebot findet.

Doch genau diese Hoffnung erfüllt sich nicht immer und vor allem nicht automatisch. Ein Grund hierfür ist, dass die Vergleichsportale oft gar nicht alle Anbieter auf dem Markt auflisten.

Ein anderer Grund ist, dass häufig Filter voreingestellt sind. Achtet der Nutzer nicht darauf, sind die Sucherergebnisse mitunter unnötig eingeschränkt oder werden dem persönlichen Bedarf nur in Teilen gerecht.

Hinzu kommt, dass ein günstiges Angebot nicht unbedingt die beste Lösung ist.

Ein Beispiel:

Der Nutzer sucht nach einem neuen Mobilfunkanbieter. Den ersten Platz in der Liste belegt ein kostengünstiger Tarif. Der Preis ist aber nur deshalb so niedrig, weil für das erste Vertragsjahr ein Neukunden-Bonus eingerechnet ist. Fällt der Bonus im zweiten Vertragsjahr weg, wird der Tarif deutlich teurer.

Doch bei einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren kommt der Nutzer nicht aus dem Vertrag heraus. Im zweiten Jahr zahlt er somit drauf.

Hätte er hingegen einen Tarif gewählt, der zwar anfangs etwas teurer ist, bei dem der Preis aber während der ganzen Vertragsdauer konstant bleibt, wäre das unterm Strich vermutlich kostengünstiger gewesen.

Vergleichsportale richtig nutzen – 5 Tipps

Preissuchmaschinen sind zweifelsohne hilfreich. Bei der Vielzahl von Anbietern, Tarifen und Produkten, die es auf dem Markt gibt, wäre es kaum möglich oder zumindest enorm aufwändig, sich selbst einen Überblick zu verschaffen und die Preise miteinander zu vergleichen.

Doch damit die Vergleichsportale am Ende wirklich die gewünschten Ergebnisse liefern, sollte der Nutzer folgende fünf Tipps beherzigen:

  1. Mehrere Vergleichsseiten nutzen.

Online-Vergleichsportale bilden nicht immer den gesamten Markt ab. Zwar gibt es je nach Branche Unterschiede. Wenn es zum Beispiel um Strom und Gas geht, ist der Marktüberblick meist sehr gut. In anderen Branchen hingegen decken die Portale den Markt oft nur teilweise ab.

So werden manchmal nur Tarife der Anbieter angezeigt, mit denen ein Portal zusammenarbeitet. Oder in den Ergebnislisten werden mehrere Tarifmodelle des Anbieters bevorzugt, der eine entsprechend hohe Vermittlungsprovision bezahlt.

Ein anderer Punkt ist, dass die Vergleichsseiten immer wieder exklusive Tarifangebote mit einzelnen Anbietern aushandeln. Solche Angebote können dann nur über das jeweilige Portal gebucht werden.

Der Nutzer sollte sich deshalb grundsätzlich immer auf mindestens zwei verschiedenen Vergleichsportalen informieren. So kann er die Angebote abgleichen.

  1. Die Konditionen beim Anbieter selbst prüfen.

Entscheidet sich der Nutzer für ein Angebot, kommt der Vertrag mit dem Anbieter zustande. Das Vergleichsportal hat mit dem Vertrag nichts zu tun. Bevor der Nutzer irgendetwas abschließt, sollte er deshalb immer einen Blick auf die Seite des Anbieters werfen.

Und dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Die Preisvergleichsportale haben nicht zwangsläufig die besten Angebote. Manchmal kann es günstiger sein, wenn der Nutzer den Vertrag nicht über das Portal, sondern direkt beim Anbieter abschließt.

  • Die Vertragsbedingungen können voneinander abweichen. So ist möglich, dass bei einem direkten Vertragsabschluss bessere Konditionen gelten als bei einem Abschluss über das Portal – oder umgekehrt.

  • Generell ist wichtig, das Kleingedruckte genau zu lesen. Möchte der Nutzer den Vertrag zum Beispiel widerrufen oder Unstimmigkeiten reklamieren, ist der Anbieter sein Ansprechpartner.

  • Beinhaltet der Tarif Sondervereinbarungen wie zum Beispiel einen Bonus, sind die Bedingungen des Anbieters maßgeblich. Trotzdem sollte der Nutzer prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen es vom Portal ebenfalls oder zusätzlich Vergünstigungen gibt.

  1. Voreingestellte Filter kontrollieren.

Oft sind bestimmte Filter schon voreingestellt. Der Nutzer sollte diese Einstellungen überprüfen und bei Bedarf entsprechend ändern. Sonst werden seine Sucherergebnisse entweder unnötig begrenzt. Oder er sieht andersherum jede Menge Tarife, die weder zu seinem Bedarf passen noch ernsthaft in Frage kommen.

Einen Filter, den der Nutzer zum Beispiel ausschalten sollte, ist die „hohe Kundenempfehlungsquote“.

Denn Kunden können meist nur solche Tarife empfehlen, für die das Vergleichsportal eine Vermittlungsprovision bekommt. Andere Tarife, die für den Nutzer aber durchaus interessant sein können, fallen dadurch aus der Liste.

Auch die Einstellung, dass nur Tarife mit direkter Wechselmöglichkeit über das Portal angezeigt werden, sollte der Nutzer deaktivieren. Ist ein interessantes Angebot dabei, wird der Nutzer eben auf die Seite des Anbieters weitergeleitet. Und ob er den Vertrag direkt dort abschließt oder über das Portal, ändert am Aufwand praktisch nichts.

Sinnvoll ist zudem, dass sich der Nutzer nur einen Tarif pro Anbieter anzeigen lässt. Andernfalls besteht die Gefahr, dass gerade einmal zwei, drei Anbieter die vorderen Plätze in der Liste belegen.

  1. Preise ohne Bonuszahlungen vergleichen.

Um die Preise wirklich miteinander vergleichen zu können, sollte sich der Nutzer die tatsächlichen Kosten für die Vertragsdauer ohne eingerechneten Bonus anzeigen lassen. Gilt der Bonus-Preis nur für einen bestimmten Zeitraum, kann andernfalls nämlich eine teure Überraschung drohen.

Außerdem profitiert der Nutzer ohnehin nur dann von einem Bonus, wenn er ihn auch wirklich bekommt. Doch oft stehen Bedingungen und Einschränkungen im Kleingedruckten, die dazu führen, dass der Anbieter die Auszahlung verweigert.

  1. Genau hinschauen.

Bei der Durchsicht der Angebote sollte der Nutzer sehr genau hinschauen. Denn in den Ergebnislisten sind zwischen die Vergleichsergebnisse immer wieder auch bezahlte Anzeigen eingestreut.

Sie sehen genauso aus wie die Sucherergebnisse und sind unauffällig mit einem kleinen Hinweis wie „Anzeige“ oder „gesponsert“ markiert.

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Redaktion

Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Gerd Tauber, 42 Jahre, Programmierer, Samuel Wilders, 37 Jahre, IT- Experte und Markus Berthold 44 Jahre, Inhaber einer Medienagentur, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema IT, Internet, Hardware, Programmierung, Software und IT-Jobs.
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